Die Schwefelpreise im Nahen Osten sind weiter gestiegen, obwohl in China und Indonesien wenig gehandelt wurde. Getragen wird der Anstieg von stärkeren Käufen Indiens und der festen Stimmung am Weltmarkt, da Ware aus der FSU nur begrenzt verfügbar ist.
Im Nahen Osten zogen die Preise in dieser Woche mit den jüngsten Abschlüssen nach Indien an. Die Angebote für Ware aus der Region nach China und Indonesien sind zwar in den 360-Dollar-Bereich je Tonne FOB gestiegen, zu diesen Preisen haben beide Märkte jedoch nicht gekauft.
In dieser Woche wurden die Monatspreise veröffentlicht: Adnoc nannte 324 $/t, KPC 325 $/t. Die Kontrakte für das 4. Quartal wurden auf höherem Niveau abgeschlossen, darunter auch Kontrakte für Lieferungen nach Brasilien, mit denen das fehlende Angebot aus der FSU ausgeglichen werden soll.
In Indien sollen mehrere Geschäfte über dem zuvor veröffentlichten Preisniveau abgeschlossen worden sein. Lokalen Marktteilnehmern zufolge ging bei einer Ausschreibung zudem ein einzelnes Angebot zu einem noch höheren Preis ein, das jedoch abgelehnt wurde, sodass die Ausschreibung wiederholt wird.
In China wurde in dieser Woche wegen der Feiertage der Goldenen Woche wenig gehandelt. Seit der Markt am 9. Oktober wieder geöffnet hat, deuten die Rückmeldungen auf Widerstand gegen die aktuellen Angebote aus dem Nahen Osten hin. Die Notierung blieb in dieser Woche unverändert.
Auch in Indonesien wurde wenig gehandelt, hier allerdings nicht wegen Feiertagen, sondern weil sich die Käufer gegen das aktuelle Preisniveau sträuben. Einige erwägen Berichten zufolge sogar Wartungsstillstände oder den Umstieg auf Schwefelsäure. Marktteilnehmern zufolge dürften jedoch nicht alle Käufer die Voraussetzungen für die nötigen Importlizenzen erfüllen, was die höheren Angebote für Indonesien stützt.
In Kanada blieben die Preise in dieser Woche bei geringem Geschäft unverändert. Brasilianische Käufer fragen weiterhin in der Region an, Marktquellen zufolge scheint der kurzfristige Bedarf aber gedeckt.
Auch in Brasilien blieben die Preise unverändert. Die jüngsten Preiserhöhungen kamen zustande, weil die Abnehmer wegen der knappen FSU-Ware und der handelspolitischen Unsicherheit zwischen Brasilien und den USA kanadische Ware kauften. Bemerkenswert ist, dass die Kontrakte für das 4. Quartal zwischen Brasilien und dem Nahen Osten inzwischen abgeschlossen sind.
Kurzfristiger Ausblick: Die Schwefelpreise könnten in den kommenden Wochen weiter steigen, allerdings langsamer, da der Widerstand gegen das aktuelle Preisniveau in Indonesien wächst und die Nachfrage nach Phosphatdüngern in China nachlässt.
