Der Schwefelmarkt blieb in dieser Woche im Aufwärtstrend, auch wenn die jüngsten Abschlüsse darauf hindeuten, dass sich der Anstieg verlangsamt. Die Nachfrage aus Asien dürfte in den kommenden Wochen jedoch anhalten, sodass Preisrückgänge vor Beginn des 4. Quartals kaum zu erwarten sind.
Anfang September zogen die Schwefelpreise an. Die kräftige Nachfrage aus China, Indonesien und Nordafrika traf auf ein knapperes Angebot aus der FSU und Saudi-Arabien sowie auf logistische Engpässe in iranischen Häfen und auf den Bahnstrecken zu den Schwarzmeerhäfen. Seither wird das Preisniveau von der Nachfrage der chinesischen Phosphathersteller und von Käufen Indonesiens nach einem schwachen August getragen.
China hat zuletzt vor allem Ware aus dem Nahen Osten gekauft, sowohl aus etablierten als auch aus nicht etablierten Quellen. Bei Letzteren gibt es jedoch logistische Engpässe. Die Angebote aus dem Nahen Osten sind daher weiter gestiegen und werden nun mit 330–340 $/t CFR angegeben. Die zuletzt gemeldeten, wenn auch unbestätigten Abschlüsse lagen allerdings darunter. Die Notierung blieb in dieser Woche unverändert.
Ein Käufer in Indonesien soll bis zu vier Ladungen zu einem Preis über dem derzeit veröffentlichten Niveau gekauft und damit die neue Referenz gesetzt haben. Die Nachfrage nach Schwefel war den ganzen Monat über konstant, Preise und Angebote zeigten durchgehend nach oben. Branchenquellen erwarten, dass die Nachfrage kurzfristig anhält. Da im Land aber auch die Nachfrage nach Schwefelsäure gestiegen ist, wird am Markt Quellen zufolge darüber diskutiert, ob die Käufer umsteigen könnten.
Das obere Ende der Spanne für den Nahen Osten stieg leicht, gestützt vom jüngsten Verkauf nach Indonesien. Die Angebote aus der Region für Lieferungen nach China und Indonesien liegen inzwischen über 330–340 $/t CFR. Der Anstieg fiel in dieser Woche jedoch geringer aus als die wöchentlichen Zuwächse von 5 $/t bis 10 $/t, die zuletzt üblich waren. Da Ware aus nicht etablierten Quellen weiterhin knapp ist, erwarten Branchenquellen, dass die Käufer so lange auf den Nahen Osten zurückgreifen, wie die Nachfrage in Asien anhält.
In Kanada blieben die Preise unverändert, nachdem sie im vergangenen Monat Woche für Woche im Gleichschritt mit den weltweit steigenden Angeboten zugelegt hatten. Es wird erwartet, dass mehr Ware aus der Region nach Asien geht. Darüber hinaus haben Marktquellen zufolge mindestens zwei brasilianische Käufer angefragt, ob sie dort kaufen können.
Auch in Brasilien blieben die Schwefelpreise unverändert, die Stimmung ist aber fest. Mindestens zwei Käufer sollen Verschiffungen für das 4. Quartal suchen. Die Angebote liegen derzeit über der neu veröffentlichten Spanne, abgeschlossen wurde laut lokalen Branchenquellen aber noch nichts. Kurzfristiger Ausblick: Die Schwefelpreise dürften in den kommenden Wochen weiter steigen, da sich die Käufer in Asien eindecken. Die Zahl der Abschlüsse dürfte jedoch allmählich zurückgehen, sodass sich die Preise gegen Anfang des 4. Quartals stabilisieren dürften.
