Die Schwefelpreise in Asien und im Nahen Osten sind in dieser Woche gestiegen. Zu Wochenbeginn war es an den Märkten noch relativ ruhig, bis Mittwoch drehte die Stimmung jedoch ins Positive, ausgelöst durch die Gebote bei der jüngsten Ausschreibung von QatarEnergy.
Die Referenznotierungen für den Nahen Osten, China und Indonesien liegen damit auf dem höchsten Stand seit der Woche vom 14. Juli 2022.
Im Nahen Osten zogen die Preise in dieser Woche mit den Geboten für die jüngste Ausschreibung von QatarEnergy an. Der endgültige Zuschlagspreis ließ sich bis Redaktionsschluss nicht bestätigen. Die meisten Gebote sollen jedoch bei 320–330 $/t FOB gelegen haben, mindestens eines etwas höher, das das obere Ende der Wochenspanne markierte. Der Markt blickt nun auf die Monatspreise der Region. Mehreren Marktquellen zufolge sind Preise im 310-Dollar-Bereich je Tonne FOB jedoch nicht mehr durchsetzbar.
Die meisten Märkte müssen die jüngsten Preisbewegungen im Nahen Osten erst noch nachvollziehen, China hat sie dagegen schneller eingepreist. Die Inlandspreise gaben zu Wochenbeginn nach, zogen aber wieder an, sobald die höheren Preise im Nahen Osten bekannt wurden. Die aktuellen Preise für Hafenbestände entsprechen einem Lieferpreis von rund 320 $/t CFR. Das liegt unter den jüngsten Abschlüssen, die vor allem von Käufern in Südchina getragen wurden. Die Käufer am Jangtse verhalten sich am Importmarkt dagegen vorsichtiger.
Nach den Käufen von Huayou, QMB und GEM in der Vorwoche wurden für Indonesien in dieser Woche keine Abschlüsse gemeldet, die Notierung blieb unverändert. Auf einen schwachen August folgte im September eine spürbare Belebung. Mehrere Käufer im Land erwägen Berichten zufolge, stattdessen Schwefelsäure zu kaufen. Branchenquellen zufolge lässt sich ein solcher Wechsel jedoch nicht von heute auf morgen umsetzen und hat weiterreichende Folgen, etwa für die Erzeugung und Nutzung der Wärme, die bei der Schwefelverbrennung frei wird.
Die Preise für Kanada sind in dieser Woche gestiegen. Die Stimmung ist fest, und das Geschäft dürfte zunehmen, da kanadische Ware mit den steigenden Preisen im Nahen Osten attraktiver wird. Aus Vancouver wurden in dieser Woche zwar keine Abschlüsse gemeldet, zusätzliche Anfragen brasilianischer Käufer haben die steigenden Angebote aber gestützt.
Auch im Mittelmeerraum zogen die Preise an, die Verfügbarkeit gilt als knapp. Branchenquellen zufolge könnten die Preise in der Region bei den nächsten Ausschreibungen weiter steigen.
Zudem verfolgt der Markt aufmerksam die Folgen eines Drohnenangriffs auf die Gasaufbereitungsanlage Astrachan in Russland, da sich das Angebot weiter verknappen und die Preise nach oben treiben könnte. Die Lage ist noch im Fluss, Auswirkungen auf den Markt sind bislang nicht erkennbar.
Kurzfristiger Ausblick: Die Schwefelpreise könnten in den kommenden Wochen weiter steigen, allerdings langsamer, da der Widerstand gegen das aktuelle Preisniveau in Indonesien wächst und die Nachfrage nach Phosphatdüngern in China nachlässt. In der Folge dürfte die Zahl der Abschlüsse allmählich zurückgehen und gegen Anfang des 4. Quartals eine Phase stabiler Schwefelpreise einsetzen.
