Mit unserer aktuellen Markteinschätzung und unserem Ausblick möchten wir bei Lion Global unseren Geschäftspartnern helfen, ihre betrieblichen Abläufe abzusichern, und die anstehenden Risiken vollständig offenlegen.
Preiserhöhungen von ADNOC und QatarEnergy (Kostendruck)
ADNOC (VAE) hat seinen FOB-Verkaufspreis ab Juli um 140 USD/t auf 1.000 USD/t FOB angehoben. Ebenso hat QatarEnergy seinen Preis FOB Ras Laffan/Mesaieed um 85 USD/t auf 890 USD/t FOB erhöht. Diese Erhöhungen zeigen, dass die weltweiten Beschaffungskosten für den Rohstoff die Preisuntergrenze am Schwefelmarkt weiter nach oben verschieben.
Route Katar–China und Zusatzkosten
Die Lieferpreise von Katar nach China dürften bei 1.015–1.030 USD/t liegen, zuzüglich etwaiger Kriegsrisiko- oder Versicherungsprämien. Darin zeigt sich unmittelbar, wie stark die gestiegenen Logistikrisiken auf die Endpreise durchschlagen.
Kasachstan setzt Exporte aus (großer Angebotsschock)
Mit Beschluss Nr. 1363 vom 27. Juni 2026 hat Kasachstan sämtliche Exporte von Industrieschwefel auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Kasachstan ist einer der Hauptlieferanten großer Verbrauchsregionen wie China, Marokko und Europa. Sein Rückzug vom Markt hat weltweit eine erhebliche Angebotslücke gerissen und den Aufwärtsdruck auf die Preise verstärkt.
Russische Beschränkungen und geopolitische Risiken im Nahen Osten
Russland hat seine Exportbeschränkungen bis Ende 2026 verlängert. Zusammen mit den anhaltenden geopolitischen Spannungen im gesamten Nahen Osten und den fortbestehenden Risiken für die Seeschifffahrt beeinträchtigt das weiterhin die Versorgungssicherheit. Da die weltweiten Lagerbestände ohnehin rückläufig sind, verstärken diese Entwicklungen die Preisschwankungen am Markt.
Hohe Frachtraten
Die Seefrachtraten bleiben hoch. Die Fracht vom Nahen Osten nach Indien wird derzeit auf 105–118 USD/t geschätzt, Verschiffungen nach China werden zu 120–140 USD/t gehandelt.
Strategische Einschätzung von Lion Global
Was hat der Juli dem Schwefelmarkt gebracht?
Der Juli stand am Schwefelmarkt für knapper werdendes Angebot und steigende Kosten. Die Exportaussetzung Kasachstans und die fortgesetzten Beschränkungen Russlands haben die Verfügbarkeit frei handelbarer Ware deutlich verringert, und die logistischen Engpässe im Nahen Osten treiben die Preise weiter nach oben.
Aus Sicht von Lion Global hängt die rechtzeitige und kostengünstige Versorgung mit Rohstoff in den kommenden Monaten weniger von opportunistischen Spotkäufen ab als von starken, verlässlichen und vorausschauenden Lieferpartnerschaften. Unter den aktuellen Marktbedingungen, in denen Preis- und Versorgungsrisiken erheblich gestiegen sind, sind eine frühzeitige Beschaffungsplanung, ein strategisches Bestandsmanagement und breit aufgestellte Bezugsquellen unverzichtbar geworden, um den Betrieb ohne Unterbrechung aufrechtzuerhalten.
