Die Schwefelpreise in Asien und im Nahen Osten sind weiter gestiegen, während in China wegen der Feiertage der Goldenen Woche eine Woche lang wenig gehandelt wird. In Indonesien sträuben sich die Käufer unterdessen gegen das aktuelle Preisniveau.
In der Vorwoche waren die Preise im Nahen Osten gestiegen, nachdem die jüngste Ausschreibung von QatarEnergy Marktquellen zufolge zu 333 $/t FOB vergeben worden war. In dieser Woche festigte sich die Spanne mit dem jüngsten Abschluss nach China im 320-Dollar-Bereich je Tonne FOB. Eine gewisse Unsicherheit bleibt jedoch: QatarEnergy hat seinen QSP für Oktober zwar auf 324 $/t FOB festgesetzt, Adnoc und KPC haben ihre monatlichen Kontraktpreise aber noch nicht veröffentlicht.
In China wurde zuletzt wenig in die Jangtse-Häfen verkauft, die Käufer in Südchina kauften aber weiter. Kurz vor der ruhigen Phase rund um die Feiertage der Goldenen Woche soll der letzte Abschluss, bei dem es um Ware aus dem Nahen Osten ging, bei rund 345 $/t CFR zustande gekommen sein. Die Notierung wurde in dieser Woche entsprechend angehoben.
In Indonesien wurde in dieser Woche wenig gehandelt, die Angebote sind jedoch gestiegen und liegen inzwischen ebenfalls im 340-Dollar-Bereich je Tonne CFR. Niedrigere Preise hält der Weltmarkt für nicht mehr durchsetzbar. Die Käufer haben allerdings signalisiert, dass sie wegen des aktuellen Schwefelpreises auf Schwefelsäure umsteigen oder ihre Anlagen für Wartungsarbeiten abschalten wollen. In dieser Woche war von Angeboten bis zu 360 $/t CFR die Rede, die sich jedoch nicht überprüfen ließen.
In Kanada blieben die Preise in dieser Woche unverändert. Gestützt wird das aktuelle Niveau von der Verknappung bei Ware aus der FSU, die Anfragen brasilianischer Käufer nach sich gezogen hat. Lokalen Marktteilnehmern zufolge wurden im vergangenen Monat mindestens zwei Geschäfte abgeschlossen, weitere dürften in Kürze folgen.
In Brasilien sind die Preise mit Abschlüssen über kanadische Ware gestiegen. Branchenquellen zufolge haben das knappe Angebot aus der FSU und die Risiken im Handel mit den USA das Interesse an Schwefel aus Kanada verstärkt. Kanada verfügt zwar über reichlich Ware, Brasilien dürfte aber mit anderen Abnehmermärkten konkurrieren müssen, um als Ziel attraktiv zu bleiben. Lokale Branchenquellen weisen allerdings darauf hin, dass auch Kanada mit anderen Regionen um die Versorgung Asiens konkurrieren muss.
Kurzfristiger Ausblick: Die Schwefelpreise könnten in den kommenden Wochen weiter steigen, allerdings langsamer, da der Widerstand gegen das aktuelle Preisniveau in Indonesien wächst und die Nachfrage nach Phosphatdüngern in China nachlässt.
