Die Schwefelpreise sind in dieser Woche weiter gestiegen. Die Richtung am Weltmarkt gibt die Nachfrage aus Indonesien vor, während Chinas Interesse an Schwefel nachlässt, seit das Exportfenster für Phosphat offiziell geschlossen ist.
Das weltweite Angebot war in den vergangenen zwei Monaten knapp. Ware aus nicht etablierten Quellen war gleich mehrfach beeinträchtigt: Reedereien wollten iranische Häfen nicht anlaufen, bei der Bahn fehlten Kapazitäten, die zuvor über Ust-Luga verschifften Bestände aus Kasachstan waren erschöpft, und in Turkmenistan gab es Probleme bei der Granulierung.
Diese Engpässe haben sich nach und nach gelockert. Zuletzt wurde das Angebot jedoch dadurch geschmälert, dass weniger russische Ware verfügbar war. Am Markt kursierten Gerüchte über ein mögliches dreimonatiges Exportverbot für Schwefel in Russland, das bislang aber nicht verhängt wurde.
In Indonesien wurden bei mindestens einem Abschluss rund 390 $/t CFR erreicht. Von weiteren Geschäften war die Rede, sie ließen sich bis Redaktionsschluss jedoch nicht bestätigen. Marktteilnehmern zufolge dürfte die Nachfrage anhalten, im November sollen mindestens vier Ladungen gehandelt werden. Die feste Stimmung hat sich noch verstärkt, weil einigen Käufern im Land offenbar die Importlizenzen fehlen, die für einen Umstieg auf Schwefelsäure nötig wären.
China importiert seltener, vor allem seit den Feiertagen der Goldenen Woche. Das Exportfenster für Phosphat ist seit dem 15. Oktober offiziell geschlossen. Gemeldet wurde dennoch ein Abschluss zu rund 370 $/t CFR, der allerdings nicht bestätigt ist. Die Angebote für Ware aus dem Nahen Osten liegen inzwischen innerhalb der neu veröffentlichten Spanne.
Im Nahen Osten stiegen die Preise in dieser Woche um 25 $/t, da mehrere Märkte dort Ware nachfragten. Weil das Angebot aus Russland, der FSU und nicht etablierten Quellen begrenzt ist, hat sich die Nachfrage in den Nahen Osten verlagert, was die Angebote in allen Abnehmermärkten in die Höhe trieb.
Die Angebote für Indien sind auf 360–370 $/t CFR gestiegen, die jüngsten Abschlüsse sollen jedoch innerhalb der neu veröffentlichten Spanne zustande gekommen sein. Marktquellen rechnen damit, dass die Preise im vierten Quartal hoch bleiben. Nachgeben könnten sie nach Einschätzung von Marktteilnehmern nur, wenn gegen Jahresende zusätzliches Angebot auf den Markt kommt.
Kanada hatte in den Monaten zuvor maßgeblich zur Versorgung Asiens beigetragen und eine gewisse Preisparität zum Nahen Osten gehalten. Marktteilnehmern zufolge ist die Stimmung fest, und der Preis dürfte in den kommenden Wochen weiter steigen. Die Aufschläge fielen in dieser Woche aber geringer aus als im Nahen Osten, da Kanada zuletzt eher Brasilien und China belieferte und weniger nach Indonesien verkaufte.
Kurzfristiger Ausblick
Die Stimmung am Schwefelmarkt dürfte in den kommenden Wochen fest bleiben. Chinas Nachfrage wird mit dem geschlossenen Exportfenster für Phosphat zwar voraussichtlich zurückgehen, Indonesien dürfte aber bis zum Jahresende als Käufer präsent bleiben. Zugleich wird das Angebot voraussichtlich auch über die kurze Frist hinaus knapp bleiben.
