Die Lieferpreise für Schwefel in Asien sind in dieser Woche gesunken. Die Nachfrage aus China hat nachgelassen, und auch die jüngsten Verkäufe nach Indonesien lagen unter der Notierung der Vorwoche. Die meisten übrigen Referenznotierungen blieben stabil, doch allmählich macht sich eine leicht schwächere Grundstimmung bemerkbar.
In China hat das Schwefelgeschäft sowohl im Inland als auch beim Import nachgelassen, belastet durch die im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Phosphat-Exportquoten. Die Inlandspreise für Schwefel sind auf 2.470–2.480 RMB/t (344–345 $/t) FCA gefallen, was rund 296 $/t CFR entspricht.
Die internationalen Importangebote liegen dagegen weiterhin über 300 $/t CFR. Dieses Preisgefälle bremst die Bereitschaft chinesischer Käufer, sich im Ausland einzudecken. In dieser Woche wurden daher keine neuen Schwefelimporte gemeldet.
Indonesien hat in dieser Woche zwar eingekauft, allerdings zu niedrigeren Preisen. Vor rund zwei Wochen waren bei Abschlüssen kurzzeitig etwa 310–315 $/t CFR erreicht worden, danach wurde jedoch längere Zeit kaum gehandelt. Der Preisrückgang dieser Woche spiegelt die verhaltene Nachfrage in Indonesien wider, das sich der ebenso schwachen Nachfrage in China anpasst.
Seit Jahresbeginn spielt der Nahe Osten eine Schlüsselrolle bei der Versorgung Asiens. In dieser Woche blieben die Preise zwar stabil, doch auch hier zeichnet sich eine leicht schwächere Stimmung ab.
Die Ausschreibung von QatarEnergy aus der Vorwoche wurde Marktteilnehmern zufolge bei rund 300 $/t FOB vergeben. Der Qatar Sulphur Price (QSP) für Juni wurde jedoch auf 286 $/t FOB festgesetzt, nur 1 $/t mehr als im Mai. Adnoc und KPC haben ihre Monatspreise noch nicht bekannt gegeben.
Die verhaltene Nachfrage in Asien dürfte Preiserhöhungen in der Region aber ohnehin enge Grenzen setzen, sodass sich die Preise kurzfristig stabilisieren.
Die Exportpreise in Vancouver blieben bei geringem Geschäft unverändert. Die Region hat zwar maßgeblich zur Versorgung Asiens beigetragen, in den vergangenen zwei Wochen wurde jedoch weniger gehandelt, vor allem weil China weniger nachfragt. Die Preise haben sich stabilisiert und blieben die dritte Woche in Folge unverändert.
Im Mittelmeerraum blieben die Preise auf FOB- und CFR-Basis stabil. Die zuvor solide Nachfrage wurde jedoch durch mehrere Ausschreibungsverkäufe rasch gedeckt, was den Optimisten am Markt den Wind aus den Segeln nahm. Eine klarere Preistendenz dürfte sich in der kommenden Woche abzeichnen, sobald der Markt die vier Ausschreibungen der vergangenen zwei Wochen verdaut hat.
In Brasilien blieben die Preise unverändert, nachdem sie in der Vorwoche mit der Vergabe einer Ausschreibung von Galvani/Itafos gestiegen waren. Da wenig gehandelt wird, richtet sich der Blick auf planmäßige Wartungsarbeiten im Hafen von Santos, die die Importmengen voraussichtlich begrenzen werden.
Zuletzt war das Geschäft in der Region bereits verhalten, und die Nachfrage dürfte kurzfristig schwach bleiben, sodass die Preise auf dem aktuellen Niveau verharren.
