Die Schwefelnotierungen tendierten fester und hielten sich nahe ihrem höchsten Stand seit Juli 2022. In einer sonst ruhigen Woche beherrschten die offiziellen Novemberpreise im Nahen Osten und Russlands vorübergehendes Exportverbot die Gespräche am Markt.
Nachdem QatarEnergy in der Vorwoche vorgelegt hatte, hoben auch ADNOC aus den VAE und KPC aus Kuwait ihre offiziellen Monatspreise an. Für November liegen sie damit bei 400–415 $/t FOB nach 324–325 $/t FOB im Oktober. Das stützte den Nahen Osten, dessen Spotnotierung bei 400–415 $/t FOB liegt.
Nach mehreren Wochen mit steigenden Preisen war die Nachfrage in China und Indonesien verhalten, feste Abschlüsse wurden nicht gemeldet. In China war dennoch von Preisen bis zu 450 $/t CFR die Rede, in Indonesien wurden Angebote um 440 $/t CFR genannt.
Der indische Schwefelmarkt hat weiter angezogen und die Marke von 450 $/t CFR überschritten. Die knapper werdende Verfügbarkeit und die stetige Nachfrage der Düngemittelhersteller festigen die Preisuntergrenze. Steigende Preise für Inlandsware und Stückschwefel, die unter Druck geratene Wirtschaftlichkeit der Schwefelverbrennung, die durch Gutschriften für die erzeugte Dampfenergie nur teilweise ausgeglichen wird, und die starke Abhängigkeit von Lieferungen aus dem Nahen Osten sprechen weiter für steigende Preise.
Im Mittelmeerraum haben knappes Angebot und anhaltende Nachfrage die Preise steigen lassen: FOB liegen sie bei rund 400–410 $/t, CFR bei 410–425 $/t. Die Stimmung blieb fest, und die Marktteilnehmer erwarten, dass neue Geschäfte zu höheren Preisen abgeschlossen werden.
Die lange erwarteten vorübergehenden Exportbeschränkungen Russlands wurden am 1. November bekannt gegeben. Um die Inlandsversorgung zu sichern, ist die Ausfuhr von technischem Schwefel, der in der Düngemittelherstellung eingesetzt wird, bis zum Jahresende untersagt. Die russischen Schwefelexporte waren bereits nach den Drohnenangriffen auf die Erdgasanlagen Astrachan und Orenburg Anfang September stark eingebrochen, von rund 400.000 t pro Monat auf etwa 100.000 t im Oktober. Am Markt wird vor allem diskutiert, ob kasachische Ware weiterhin über Ust-Luga exportiert werden darf. Überwiegend wird davon ausgegangen, dass dies erlaubt bleibt, der Markt wartet aber auf eine erste Testladung als Bestätigung.
Kurzfristiger Ausblick: Nach der jüngsten Kurzfristprognose von CRU dürften die Schwefelpreise weltweit weiter steigen, voraussichtlich bis zu einem Höhepunkt im Januar, und danach allmählich nachgeben.
