Der Schwefelmarkt erlebt derzeit den schwersten Preis- und Versorgungsschock seiner Geschichte. Mit Stand 25. März 2026 hat die faktische Schließung der Straße von Hormus nach der militärischen Eskalation fast 25 % der weltweiten Produktion lahmgelegt.
Aus einem einst unauffälligen Industrierohstoff ist ein kritischer Engpass geworden, sowohl für die Energiewende als auch für die weltweite Ernährungssicherheit.
Marktlage: Rekordstände
- Preissprung: Die Schwefel-Terminkontrakte in China erreichten historische 5.183,33 CNY/t, 112 % mehr als vor einem Jahr.
- Weltweites Defizit: Spotangebote in Afrika und Südostasien erreichen bis zu 700 $/t CFR.
- Panikkäufe: Die Preise haben sich von den üblichen Trends am Energiemarkt gelöst, weil die Batteriemetallbranche um die schwindenden Ladungen mitbietet.
Die Logistikkrise
- Festsitzendes Angebot: Rund 44–46 % des weltweit seewärtig gehandelten Schwefels werden am Persischen Golf erzeugt und können die internationalen Märkte derzeit nicht erreichen.
- Explodierende Versicherungskosten: Der Großteil der Welthandelsflotte meidet die Region, da die Versicherungsprämien auf 10 % des Schiffswerts hochgeschnellt sind.
Folgen für Industrie und Ernährungssicherheit
- Elektromobilität: Indonesien, das mehr als 50 % des weltweiten Nickels produziert, ist in einer kritischen Lage. Einige Werke haben nur noch Vorräte für einen Monat.
- Düngemittel: Der OCP-Konzern in Marokko, der weltweit größte Importeur, muss ohne seine jährlichen 3,7 Millionen Tonnen Schwefel vom Golf mit einem „kaskadenartigen“ Einbruch der Phosphatexporte rechnen.
- Landwirtschaft: Der Frühjahrsaussaat in den USA und Europa droht nun als Folgewirkung eine „Nährstofflücke“ für die Ernten 2026.
Fazit
Wir erleben eine Krise, die der Logistik vorausgeht: Ein einziges geopolitisches Nadelöhr droht die Nickelraffination und die weltweite Düngemittelproduktion zugleich zum Erliegen zu bringen.
