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Lion Global Sulphur
Markt / Wochennotizen
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Seit dem 18. Juli hat kein einziges nicht-iranisches Schwefelschiff die Straße von Hormus verlassen

Seit dem 18. Juli hat kein einziges nicht-iranisches Schwefelschiff die Straße von Hormus verlassen. Das sind inzwischen zwölf Tage.

Das ist eigentlich keine Statistik, sondern eine Momentaufnahme des Stillstands. Die Reeder schicken keine Schiffe mehr, weil die Kriegsrisikoversicherung jede Fahrt sinnlos gemacht hat, obwohl es keine offizielle Sperrung gibt. Es ist eine Pattsituation, die niemand austesten will. Schon im April saßen über 600.000 Tonnen Schwefel auf Schiffen fest, die im Persischen Golf nicht entladen konnten, und an diesem Bild hat sich im Wesentlichen nichts geändert.

In dieser Woche gab es zudem eine merkwürdige Wendung: Russland hat sein Verbot für den Transport kasachischen Schwefels über das russische Schienennetz aufgehoben. Das klingt nach einer guten Nachricht, doch Kasachstans Verbot für Exporte außerhalb Russlands gilt weiterhin, sodass sich in der Praxis nichts geändert hat. Der Markt schöpfte kurz Hoffnung und landete dann wieder genau dort, wo er angefangen hatte.

In Kanada haben Waldbrände die Bahnstrecken nach Vancouver wochenlang blockiert. Die Lage entspannt sich erst jetzt, die Hafenbestände haben aber bereits gelitten. Im Roten Meer haben Huthi-Angriffe auf saudische Raffinerien einen neuen Risikoaufschlag ausgelöst. Satellitenbilder sollen Brände in zwei Anlagen von Aramco zeigen, bestätigt ist bislang jedoch nichts.

Die Preise haben sich bei alledem nicht bewegt: Nahost FOB steht bei 850–900 $/t, Granulat CFR China bei 1.000–1.100 $/t, jeweils unverändert gegenüber der Vorwoche. Ruhe ist das aber nicht. Es will nur niemand den ersten Schritt machen.

Die eigentliche Geschichte verlagert sich meiner Meinung nach von den Düngemitteln zur Chemie. In Zhejiang haben Hersteller von Titandioxid und Caprolactam ihre Produktion mangels Rohstoff eingestellt. Marokkos OCP fährt mit halber Kapazität. Indien hat gerade ein sechsmonatiges Exportverbot verhängt. Schwefel wird größtenteils nicht bergmännisch gewonnen, sondern fällt als Nebenprodukt bei der Erdgasaufbereitung und Ölraffination an. Wird das Angebot knapp, gibt es deshalb keine schnelle Abhilfe.

Zuerst auf LinkedIn veröffentlicht. Die genannten Preise sind Marktbewertungen der jeweiligen Woche und kein aktuelles Angebot.Auf LinkedIn öffnen →

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