Schwefel trägt im Periodensystem das Symbol „S“, gehört zur Gruppe 6A und hat die Ordnungszahl 16. Der Stoff ist brennbar und wird als Pulver oder in flüssiger Form verwendet; Schwefelstaub kann mit Luft explosionsfähige Gemische bilden. Vom Gesundheitswesen bis zur Industrie ist Schwefel in vielen Bereichen unverzichtbar. Auch manche Pflanzen und Tiere enthalten Schwefel als Baustein. Elementarer Schwefel entsteht in der Natur wie in der Industrie durch Oxidation, bei der er aus den Gasen H2S und SO2 abgeschieden wird.

Wo wird Schwefel eingesetzt?
Schwefel zählt zu den wichtigsten Grundstoffen der industriellen Produktion, vor allem für Schwefelsäure: Die in der Industrie sehr breit eingesetzte Säure wird aus großen Mengen Schwefel hergestellt. Schwefel, Schwefelsäure und ihre Verbindungen werden vor allem in folgenden Branchen und Produkten verwendet:
- Chemische Industrie und Landwirtschaft
- Futtermittelzusätze
- Kunstharze
- Düngemittel und Düngemittelzusätze
- Tierarzneimittel
- Wasch- und Reinigungsmittel
- Sprengstoffe
- Feuerwerkskörper
Woher stammt Schwefel?
Gemessen an der Masse ist Schwefel das zehnthäufigste Element im Universum und das fünfthäufigste auf der Erde. In der Natur kommt er mitunter gediegen, also in reiner Form, vor, meist aber gebunden in Sulfid- und Sulfatmineralen. Weil gediegener Schwefel reichlich vorhanden ist, kennt man ihn seit der Antike: Seine Verwendung ist aus dem alten Indien, Griechenland, China und Ägypten überliefert, und in älteren englischen Texten wird er als „brimstone“ bezeichnet, was „brennender Stein“ bedeutet.
Heute wird fast der gesamte elementare Schwefel als Nebenprodukt gewonnen, wenn Erdgas und Erdöl von schwefelhaltigen Verunreinigungen befreit werden.
Hauptverwendung: Schwefelsäure und Düngemittel
Den größten Teil des Schwefels verbraucht die Herstellung von Schwefelsäure für Sulfat- und Phosphatdünger sowie für weitere chemische Prozesse. Daneben wird Schwefel in Streichhölzern, Insektiziden und Fungiziden verwendet.
Ein lebenswichtiges Element
Schwefel ist für alles Leben unverzichtbar und für alle Lebewesen ein Makronährstoff. Er ist Bestandteil der Aminosäuren Cystein und Methionin sowie der Vitamine Biotin und Thiamin. Die Disulfidbrücken (S–S), die er bildet, verleihen dem Protein Keratin in Haut, Haaren und Federn seine mechanische Festigkeit und Unlöslichkeit.
